Polarität, raumspezifische Installation
Polarität, raumspezifische Installation
Polarität, raumspezifische Installation
Polarität, raumspezifische Installation

Folie, Papier, Ölpastell, Farbstift, Tusche, objets trouvés
Masse/Umfang variabel

Schwarz und weiss, hart und weich, klein und gross, warm und kalt, stark und schwach, Ruhe und Bewegung …

Zu Beginn lautete der (Arbeits)titel zu dieser raumspezifischen Installation «Black & White», wollte ich doch mit weissen und schwarzen Elementen (und gewissen bereits gesetzten Materialien) arbeiten. Da lag es nicht fern, dass irgendwann der Begriff «Schwarz-Weiss-Denken» auftauchte. Dies wiederum führte mich zum Sinnieren über die zunehmende Spaltung und Polarisierung der Gesellschaft in zwei entgegengesetzte Lager mit extremen Positionen, verursacht durch wachsende Meinungsunterschiede zu aktuellen Themen wie Klimawandel, Migration oder Politik.

Doch dies ist kein politisches Werk; weitere Recherchen über Gegens.tze brachten die Begriffe Polarität und Dualität ins Spiel. Während Dualität zwei Gegensätze als «entweder-oder» beschreibt und oft wertend trennt, bezeichnet das Polaritätsprinzip zwei gegensätzliche Pole, Kräfte oder Eigenschaften, die einander bedingen und ein Gleichgewicht erzeugen. Wie beispielsweise Ebbe und Flut, Tag und Nacht, schwarz und weiss.

Wer kennt nicht das Yin-und-Yang-Symbol? Die beiden Begriffe aus der chinesischen Philosophie stehen für polar entgegengesetzte und doch aufeinander bezogene duale Kräfte, die sich nicht bekämpfen, sondern ergänzen. Yin und Yang können nicht gleichzeitig ansteigen oder absinken. Wenn Yang sich vergrössert, verringert sich Yin und umgekehrt. Sie bilden eine Gesamtheit, einen ewigen Kreislauf. Daher können diese Begriffe benutzt werden, um Wandlungsprozesse oder die gegenseitige Begrenzung und Wiederkehr von Dingen darzustellen.

Möge meine Installation Sie dazu anregen, gegensätzliche Elemente in meinem Werk aufzuspüren und über Polarität nachzudenken.